Ratgeber · Stand 20.10.2026

Ergänzungs- vs. Alleinfutter

Ein Wort auf der Rückseite entscheidet, ob ein Futter deine Katze allein vollständig ernähren kann: Alleinfuttermittel – oder eben Ergänzungsfuttermittel.

Illustration: voller Napf und ein Tellerchen mit Fisch-Snack, eine Pfote greift danach

Die Definition – kurz und rechtlich

Die EU-Futtermittelverordnung (VO (EG) Nr. 767/2009, Art. 3) unterscheidet:

Bedeutung
Alleinfuttermittelreicht aufgrund seiner Zusammensetzung für die tägliche Ration aus – enthält also alle nötigen Nährstoffe in passender Menge.
Ergänzungsfuttermittelreicht aufgrund seiner Zusammensetzung nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration aus.

Welche Art es ist, muss auf der Packung stehen (Art. 17) – meist in einem Satz wie „Alleinfuttermittel für ausgewachsene Katzen“ oder „Ergänzungsfuttermittel für Katzen“.

Woran du Ergänzungsfutter erkennst

Ergänzungsfutter sieht oft aus wie normales Nassfutter. Typische Kandidaten:

Der Name hilft nicht weiter – nur der Satz auf der Rückseite. Achtung bei Multipacks: Darin können Allein- und Ergänzungsfutter gemischt sein.

Warum das wichtig ist

Ein Ergänzungsfutter kann viel Protein haben und trotzdem unvollständig sein. Reines Muskelfleisch oder Fisch enthält zum Beispiel zu wenig Calcium im Verhältnis zu Phosphor; auch Vitamine und Spurenelemente fehlen oft. Wird eine Katze über Wochen überwiegend damit gefüttert, drohen Mangelerscheinungen. Katzen brauchen außerdem bestimmte Nährstoffe wie Taurin und Vitamin A in vorgeformter Form aus dem Futter.

Faustregel: Snacks und Ergänzungsfutter sollten höchstens etwa 10 % der täglichen Kalorien ausmachen – der Rest kommt aus einem Alleinfutter. Und: Die Kalorien aus Leckerlis zählen mit (Rechner).

Ergänzungsfutter ist nicht „schlecht“

Als Belohnung, zur Abwechslung, zum Eingeben von Tabletten oder um die Wasseraufnahme zu erhöhen, ist Ergänzungsfutter völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass die Grundversorgung über ein Alleinfutter läuft. Ausnahme: Diätfuttermittel für bestimmte Erkrankungen – die gehören in tierärztliche Hand.

So zeigt es napflupe

Quellen

  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009, Art. 3 (Begriffsbestimmungen Allein-/Ergänzungsfuttermittel) und Art. 17 (Kennzeichnung) – EUR-Lex
  • FEDIAF Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs (2024) – europeanpetfood.org
  • WSAVA Global Nutrition Committee: Guidelines / Toolkit zur Ernährungsanamnese (Leckerlis ≤ 10 % der Energie) – wsava.org

Allgemeine Information, keine Einzelfallberatung – bei kranken, sehr jungen, trächtigen oder alten Tieren gilt immer: Tierärztin oder Tierarzt fragen. napflupe vergibt keine Testurteile; unser Deklarations-Score rechnet nur mit den Angaben der Hersteller.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Alleinfutter und Ergänzungsfutter?

Ein Alleinfuttermittel reicht allein für die tägliche Ration, ein Ergänzungsfuttermittel nur zusammen mit anderen Futtermitteln (VO (EG) Nr. 767/2009, Art. 3).

Woran erkenne ich Ergänzungsfutter?

Nur am Satz auf der Rückseite, z. B. „Ergänzungsfuttermittel für Katzen“. Typisch sind Filets in Gelee, Snacks, Cremes und Drinks.

Wie viel Ergänzungsfutter ist in Ordnung?

Als Faustregel höchstens etwa 10 % der täglichen Kalorien – der Rest sollte aus einem Alleinfutter kommen.