Ratgeber · Stand 20.10.2026

Zucker im Katzenfutter

Katzen schmecken nichts Süßes – trotzdem steht auf manchen Etiketten „Zucker“. Hier erfährst du, warum er drin ist, woran du ihn erkennst und was „ohne Zuckerzusatz“ wirklich heißt.

Illustration: Katze schaut skeptisch auf ein Zuckerstück neben ihrem Napf

Katzen können Süßes nicht schmecken

Bei Katzen ist eines der beiden Gene für den Süß-Rezeptor (Tas1r2) funktionslos – das hat ein Forschungsteam 2005 nachgewiesen. Hauskatzen, Tiger und Geparden teilen diese Eigenschaft. Zucker macht Futter für die Katze also nicht „lecker“; was sie anlockt, sind Geruch, Fett, Protein und bestimmte Aminosäuren.

Wozu dann Zucker im Futter?

Zucker hat im Futter vor allem technische und optische Gründe:

Wie viel Zucker drin ist, muss nicht angegeben werden. Meist sind es geringe Mengen – gebraucht werden sie von der Katze aber nicht.

So erkennst du Zucker auf dem Etikett

Vorsicht bei „ohne Zuckerzusatz“: Das bedeutet nur, dass kein Zucker zugesetzt wurde. Zutaten wie Gemüse, Milch oder Obst bringen eigenen Zucker mit. Wir prüfen bei „Versprechen vs. Deklaration“, ob ein „ohne Zucker“-Versprechen zur Zusammensetzung passt.

Ist Zucker schädlich?

Ehrliche Antwort: In den üblichen kleinen Mengen ist kein direkter Schaden belegt. Katzen verwerten Kohlenhydrate grundsätzlich, haben aber einen Stoffwechsel, der auf eine fleischreiche Beute mit sehr wenig Kohlenhydraten ausgelegt ist. Katzen wählen, wenn sie dürfen, eher kohlenhydratarmes Futter.

Für Übergewicht und Diabetes bei Katzen sind nach heutigem Wissen vor allem zu viele Kalorien, Bewegungsmangel und Kastration ohne angepasste Futtermenge entscheidend. Ob kohlenhydratreiches Futter das Risiko zusätzlich erhöht, ist in der Forschung umstritten – eine Übersichtsarbeit von 2017 fasst zusammen, dass vieles davon auf Annahmen statt auf harten Daten beruht.

Unsere Haltung: Zucker ist überflüssig. Wer die Wahl hat, nimmt ein Futter ohne – und achtet vor allem auf die richtige Menge.

So behandelt napflupe Zucker

Quellen

  • Li X, Li W, Wang H et al.: Pseudogenization of a Sweet-Receptor Gene Accounts for Cats' Indifference toward Sugar. PLoS Genetics 1(1): e3 (2005) – doi:10.1371/journal.pgen.0010003
  • Verbrugghe A, Hesta M: Cats and Carbohydrates: The Carnivore Fantasy? Veterinary Sciences 4(4): 55 (2017) – doi:10.3390/vetsci4040055
  • Verordnung (EU) 2017/2279 (Kategorien für Heimtierfutter, u. a. „Zucker“) – EUR-Lex
  • Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 (Zusatzstoffe, Farbstoffe) – EUR-Lex

Allgemeine Information, keine Einzelfallberatung – bei kranken, sehr jungen, trächtigen oder alten Tieren gilt immer: Tierärztin oder Tierarzt fragen. napflupe vergibt keine Testurteile; unser Deklarations-Score rechnet nur mit den Angaben der Hersteller.

Häufige Fragen

Können Katzen Süßes schmecken?

Nein. Bei Katzen ist ein Gen für den Süß-Rezeptor (Tas1r2) funktionslos (Li et al., 2005).

Warum ist Zucker in manchem Katzenfutter?

Vor allem für Farbe und Konsistenz: Zucker bräunt beim Erhitzen und hilft bei Gelee und Soße. Die Katze braucht ihn nicht.

Heißt „ohne Zuckerzusatz“ zuckerfrei?

Nicht unbedingt. Es wurde kein Zucker zugesetzt – Zutaten wie Gemüse, Milch oder Obst bringen aber eigenen Zucker mit.